Zahlen, Daten, Fakten

Stuttgart ist eine der am schnellsten wachsenden Großstädte in Deutschland. Die Einwohnerzahlen steigen seit Jahren deutlich an. Heute leben mehr als 610.000 Menschen in der Landeshauptstadt. Doch nicht nur die Einwohnerzahlen steigen seit Jahren – auch die Mieten steigen schneller als das verfügbare Einkommen. Viele Bewohnerinnen und Bewohner Stuttgarts müssen Heute mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Miete aufwenden.
Nach München ist Stuttgart die zweitteuerste Stadt zum Wohnen in ganz Deutschland. Die ortsübliche Vergleichsmiete ist zwischen 2014 und 2016 in Stuttgart um 6% angestiegen. Bei Neubauten sogar um rund 18 %, Angebotsmieten lagen 2016 im Schnitt bei 11,97 Prozent.

Immer mehr Menschen suchen verzweifelt bezahlbaren Wohnraum und haben Anspruch auf eine Sozialwohnung. Doch gleichzeitig schrumpft der eigene Wohnungsbestand der Landeshauptstadt und damit auch die Möglichkeit der Stadt auf den Wohnungsmarkt Einfluss zu nehmen. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWSG) verfügt nur über 6 Prozent aller Stuttgarter Wohnungen (Vergleich: Frankfurt/Hamburg verfügen über 14 Prozent).
Jedes Jahr fallen doppelt so viele Wohnungen aus der sozialen Mietpreisbindung wie neue hinzukommen. So sank die Zahl der Wohnungen mit Mietpreisbindung von 21.900 Sozialwohnungen 1992 auf 14.540 heute. Und das, obwohl rund 50 Prozent der Stuttgarter Mieterhaushalte – das sind rund 100.000 Haushalte einen Anspruch auf Sozialwohnungen haben. Alleine in der städtischen Dringlichkeitskartei sind über 4.000 Haushalte vorgemerkt. Ganz zu schweigen von den 4.000 Obdachlosen die im Großraum Stuttgart leben und tausende Geflüchtete die dringend nach bezahlbaren Wohnraum suchen.

Die bisherige Wohnungspolitik der Landeshauptstadt löst die Wohnungsfrage nicht, im Gegenteil, der Zustand verschärft sich. Maßnahmen wie das Zweckentfremdungsverbot bzw. deren Anwendung haben sich bis jetzt als wirkungslos gegenüber Leerstand und der Spekulation mit Wohnraum erwiesen. Seit der Einführung des Zweckentfremdungsverbots 2013 hat die Stadt kein Cent Bußgeld aufgrund unbegründeten Leerstand verhängt. Bisher nur zwei städtische MitarbeiterInnen sind von der Stadt für diese Aufgabe angestellt. Ein Vergleich: In München arbeiten rund 40 MitarbeiterInnen der Stadt zur Durchsetzung des Verbots und alleine im Jahr 2016 wurden Bußgelder in Höhe von fast 400.000 Euro verhängt.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes fehlen in Stuttgart 16.000 Wohnungen, obwohl es laut Stadt ohne Probleme noch Baufläche für 24.000 Wohnungen gibt. Gleichzeitig stehen alleine in Stuttgart über 3.000 leerstehende Wohnungen. Die Entwicklung in Stuttgart ist ein Spiegelbild der Entwicklung in der gesamten Republik. Bundesweit fehlen 5 Millionen Sozialwohnungen (1990 gab es 4 Mio. / 2015 nur noch 1,8 Mio.). Jedes Jahr fallen 100.000 Wohnungen aus der Sozialbindung und insgesamt gibt es rund 630.000 leerstehende Wohnungen in großen Städten.

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Hannes Rockenbauch

Hannes Rockenbauch

Ich unterstütze das Bündnis Recht auf Wohnen, weil Wohnen ein Menschenrecht ist. Menschenrechte dürfen nicht vom Geldbeutel abhängen, aber genau das ist in Stuttgart immer mehr der Fall. Ich will mithelfen den Miet- und Abrisswahn in Stuttgart zustoppen!

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